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Architektur – Verrückt und anders!

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Das neue Festspielhaus von Gustav Kuhn in Tirol

Nach zweijähriger Bauzeit wurde sie nun eröffnet, die Opernbühne von Gustav Kuhn im Inntal, bei Kufstein. Der neue Kulturpalast des 67-jährigen Dirigenten aus Österreich soll Veranstaltungen Raum geben, die seine Tiroler Festspiele komplettieren. Es ist eine bizarre, aber eindrucksvolle Architektur, die an den Fels gelehnt ist. Ein wenig erinnert das Unternehmen an Fitzcarraldos Traum, im Urwald eine Oper aufzuführen, an Werner Herzogs Film aus den achtziger Jahren. So weit geht der Traum von Gustav Kuhn nicht, jedoch mussten Felsen gesprengt werden, um Platz für das neue Opernhaus nahe der deutschen Grenze zu schaffen. Das Gebäude wurde neben dem Passionsspielhaus gebaut, in dem der Dirigent seit dem Jahr 1997 im Juli Opern aufführen lässt und dirigiert.

Festspielhaus

Jährlich Erler Winterfestspiele

Geplant ist jährlich, wie schon bei der Eröffnung, vom 26. Dezember bis Anfang Januar „Erler Winterfestspiele“ zu veranstalten. Jedoch reduziert Kuhn seine anderen Engagements, wirkt nicht mehr beim Haydn-Orchester Bozen und Trient sowie bei den Südtiroler Festspielen mit. Ausserdem hat er die in Salzburg stattfindende Konzertreihe „Delirium“ beendet. Dagegen arbeitet er weiterhin beim Gütersloher Wettbewerb „Neue Stimmen“ mit und betreibt die Accademia di Montegral in der Toskana. Das Wiener Architekturbüro Delugan Meissl hat das Erler Festspielhaus geplant. Das modernistische Gebäude sorgt für viel Aufmerksamkeit, aber auch Kritik. Es soll wie ein Fels aussehen, sich in seine Umgebung einfügen. Im Foyer finden sich im Gegensatz zu seinem kantigen Äusseren runde Formen. Die verglaste Westfassade erlaubt einen Blick auf die Voralpen. Im spartanisch ausgestatteten Konzertsaal dominiert das Material Holz.

Grosszügiger Mäzen ermöglichte das Projekt

36 Millionen Euro betrugen die Baukosten, jeweils acht Millionen Euro kamen von Land und Bund. Das übrige Geld stammt aus der Familienstiftung von Hans Peter Haselsteiner, Eigentümer des Strabag-Konzerns. Der Mäzen hat zudem ein Park- und ein Gästehaus neben der Opernbühne errichtet und übernimmt alle laufenden Kosten. Daher spielt es keine Rolle, dass im neuen Opernhaus maximal 860 Zuhörer Platz finden und kein ständiger Konzertbetrieb beabsichtigt ist. Jedoch ist der Standort nahe München, Salzburg und Innsbruck ideal, die Region ist einkommensstark und es gibt dort zahlreiche Liebhaber der klassischen Musik. Aufgeführt werden sollen in Erl unter anderem Werke von Mozart, Rossini, Strauss und Wagner.

Bildquelle: Blog.kufstein.com